Arbon. Seit Jahren kämpft die Arboner SVP-Kantonsrätin Marlies Näf-Hofmann für den Rechtsanspruch von unheilbar Kranken und Sterbenden auf palliative Medizin, Pflege und Begleitung. Im Grossen Rat steht sie damit jedoch im Moment auf verlorenem Posten und hat auch Gesundheitsdirektor und Parteikollege Roland Eberle gegen sich.

Das Parlament will nichts wissen von einem gesetzlich verbindlichen Auftrag, sondern hat sich in den letzten Wochen bei der Revision des Gesundheitsgesetzes auf eine Soll-Formulierung geeinigt. Für Näf-Hofmann ist damit nichts gewonnen. "Man könnte den Artikel genauso gut weglassen, er bringt nichts", macht sie ihrer Enttäuschung Luft, die ihr deswegen aber nicht ausgegangen ist. "Wir werden uns nach der Schlussabstimmung am
11. Mai überlegen, wie es weitergehen soll", gibt sie sich kämpferisch. Klein beigeben will sie auf keinen Fall. "Wir müssen alle politischen Möglichkeiten prüfen. Entschieden ist aber noch nichts." Am liebsten würde Näf-Hofmann das Volk entscheiden lassen, in das sie nach eigenen Worten "grosses Vertrauen" hat. Denn der Tod treffe alle. Neuere Studien würden belegen, dass die Menschen vor allem Angst hätten, am Ende des Lebens verlassen und einsam zu sein und der Umgebung zur Last zu fallen. Darauf müsse die Politik reagieren. Näf-Hofmann ist überzeugt, dass sich die "grosse Idee der Palliative Care" auch im Thurgau durchsetzen wird. mso

04.05.2005, St.Galler Tagblatt

« zurück

Druckversion
© 2005 all rights reserved | Rechtliche Hinweise | Impressum