Die Spitex Heiden-Rehetobel-Wolfhalden-Walzenhausen lud zum Aktionstag
wolfhalden. Die Besucherinnen und Besucher liessen sich am Samstag, dem nationalen Spitex-Tag, während vier Stunden im Kaffee Hecht Gesundheitspässe ausstellen und sich über "Palliative Care" informieren. Der Aufmarsch war gewaltig.
"Wa isch jetzt scho wieder de BMI?", fragte ein Gast. Ein anderer meinte: "Min Bluetdruck isch guet, s'Choleschterin oh." Zum ersten nationalen Spitex-Tag hatte sich die Spitex Heiden-Rehetobel-Wolfhalden-Walzenhausen eine ganz besondere Aktion ausgedacht. In Zusammenarbeit mit den Ärzten Andreas Moser und Thomas Langer stellte sie im Kaffee Hecht Gesundheitspässe aus. Die Besucherinnen und Besucher konnten Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Bodymassindex (BMI) gratis bestimmen lassen. Die Mitarbeiter und die Vorstandsmitglieder beantworteten an Ort und Stelle Fragen zur Spitex.
Resultat interessiert
Hanni Graf aus Heiden interessierte sich für ihre Blutwerte. Deshalb fuhr sie nach Wolfhalden zur Kontrolle. Für Vorstandsmitglied Heidi Schläpfer aus Heiden liess zum ersten Mal ihren Blutzuckerwert und den Bodymassindex (BMI) feststellen. Die Bevölkerung war vom Angebot begeistert: Immer wieder war zu hören, dass es "a tolli Sach" sei, wenn man beim Broteinkauf auch noch einen Gesundheitscheck durchführen lassen könne. Mit der bürgernahen Aktion ist es der Spitex Heiden-Rehetobel-Wolfhalden-Walzenhausen einmal mehr gelungen, auf sich aufmerksam zu machen - denn noch immer ist das umfangreiche Angebot der Spitex nicht überall bekannt.
Hilfe für Kranke und Betagte
Die Spitex betreut kranke, rekonvaleszente und betagte Menschen. Wenn nötig, wird auch der Haushalt besorgt und der Mahlzeitendienst organisiert. Damit ist es besonders älteren Menschen möglich, lange in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Obwohl die Spitex aus dem Alltag einer Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist, muss sie in vielen Kantonen um ihre finanzielle Basis kämpfen. Denn mit der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und den Kantonen, sind Letztere für die Spitex zuständig. Ab dem Jahre 2008 entfallen zudem die Bundessubventionen aus der AHV-Kasse. In den Gemeinden Heiden, Rehetobel, Wolfhalden und Walzenhausen leistete die Spitex im vergangenen Jahr in der Krankenpflege 8787 und in der Hauswirtschaft 8421 Arbeitsstunden. Dabei wurden 15007 Krankenpflegebesuche und 7343 Hauswirtschaftsbesuche abgestattet. Ab 2005 kommt die Betreuung der Gemeinde Reute und des Bezirks Oberegg hinzu.
Was ist "Palliative Care"?
Im Kaffee Hecht hatten alle Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, sich neben den Leistungen der Spitex auch über das Angebot von Palliative Care zu informieren. Claudia Buess-Willi, diplomierte Pflegefachfrau und Vorstandsmitglied Palliativnetz Ostschweiz, orientierte über das Angebot. Dieses richtet sich an chronisch kranke Menschen und an solche, die bald sterben. "Palliative Care" verbessert die Lebensqualität der Patienten und ihrer Angehörigen durch Vorbeugen und Lindern von Schmerzen und anderen Krankheitsbeschwerden. Die Ziele werden durch das frühzeitige Erkennen, eine sorgfältige Anamnese sowie durch Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen im körperlichen, psychosozialen und spirituellen Bereich erreicht. Deshalb sind im Palliativnetz Ostschweiz - einer Sektion der Schweizerischen Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung - verschiedenste Fachpersonen vereint. Sie kommen aus Sparten wie Pflege, Medizin, Sozialarbeit, Seelsorge oder Psychologie. In die umfassende Betreuung und Begleitung von schwer kranken, chronisch kranken, alten und sterbenden Menschen sind auch Freiwillige und Verbände wie die Spitex involviert. Isabelle Kürsteiner
09.05.2005, St. Galler Tagblatt
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